Verkehrswende, jetzt!

Um auch jüngere Menschen für die Verkehrspolitik und eine nachhaltige Mobilität zu begeistern, gründet der VCS den JungVCS. Mitgründerin Jelena Filipovic über ihre Beweggründe, sich für eine visionäre Verkehrspolitik einzusetzen – und für das vorliegende CO2-Gesetz. 

Verkehrspolitik ist kein Begriff, der auf Enthusiasmus stösst. Auch meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, bevor ich vor einem guten Jahr ein Praktikum beim VCS gemacht habe. Im gleichen Zeitraum habe ich mich auch der Klimastreikbewegung angeschlossen und musste feststellen, dass das Thema innerhalb dieser Bewegung kaum Platz findet.

Dabei liegt es auf der Hand, dass es eine Verkehrswende braucht: Ohne den Verkehrssektor, den grössten Klimasünder der Schweiz, zu revolutionieren, werden wir die geforderten netto null Treibhausgas-Emissionen bis 2030 nie erreichen.

Es braucht einen Systemwandel

Ja, auch im Verkehrssektor braucht es einen Systemwandel! Es reicht nicht, sich auf klimafreundliche Technologien zu verlassen. Eine Revolutionierung des Verkehrssystems bedarf einer öffentlichen Debatte über eine nachhaltige Mobilität. Das bedeutet auch, dass wir uns als Gesellschaft und als Bewegung komplexe Fragen stellen müssen: Wie viel Mobilität benötigen wir überhaupt und wie sollte diese Mobilität aussehen?

Weniger kreativ, dafür heute bereits umgesetzt, sind zahlreiche Sharing-Angebote, die eine effizientere Nutzung der Fahrzeuge sicherstellen – ein Auto steht im Privatgebrauch während 95 Prozent der Zeit herum! Weshalb also etwas besitzen, das ich ebenso gut bei Bedarf nutzen und mit anderen teilen kann?

Feministische Perspektive

Selbstverständlich hört das Problem nicht beim (motorisierten) Individualverkehr auf. Auch beim ÖV gibt es Verbesserungspotenzial. Die Frage ist weder, ob es ein besser ausgebautes Netz ausserhalb der Städte braucht noch ob es sich alle leisten können sollten – darauf lautet die Antwort ja! Es geht auch darum, wie es weiter ausgebaut wird und wem es zugutekommt.

Werden vor allem klassische Pendlerinnen und Pendler angesprochen? Oder wird eine feministische Perspektive eingenommen, die auch Teile der Bevölkerung einschliesst, deren Fokus nicht auf schnellen Verbindungen zwischen Grossstädten liegt: Menschen, die Care-Arbeit leisten, Kinder von A nach B transportieren oder als Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter tätig sind. Aus diesem Grund braucht es kreative Köpfe mit Visionen einer inklusiven und nachhaltigen Mobilität – damit wir auch einen Wandel innerhalb der Verkehrspolitik schaffen.

Jelena Filipovic war Praktikantin beim VCS Schweiz und Gründungsmitglied des JungVCS. Sie ist Teil der Klimastreikbewegung und hat Passagen des Textes während der Besetzung auf dem Bundesplatz geschrieben.

Mach mit!

Der VCS sucht junge Köpfe, die sich den kritischen Fragen stellen und kreative Lösungen ausarbeiten. Aus diesem Grund haben engagierte junge Menschen den JungVCS gegründet. Hast du Lust, mitzumachen? Dann melde dich bei Anina Schweighauser: anina.schweighauser@verkehrsclub.ch

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