Die Mobilität beginnt im Kinderwagen

Verändert sich in der Familie etwas – durch die Geburt eines Kindes, Einschulung, Umzug oder einen neuen Arbeitsplatz – ist das eine gute Gelegenheit, neue Strategien und Mobilitätsformen auszuprobieren.

Das Leben mit Kindern stellt Eltern vor neue Herausforderungen. Sie müssen nicht nur eigene Verpflichtungen und Versorgungswege organisieren. Auch Kinder haben viele Termine und Wege, die es zu organisieren gilt. Jüngere Kinder sind dabei meist auf Begleitung angewiesen. Insgesamt haben die Kinderbegleitwege im Laufe der letzten Jahrzehnte zugenommen. Sie werden am häufigsten mit dem Auto zurückgelegt. Die Gelegenheiten, in denen sich Kinder frei bewegen können, werden damit zunehmend eingeschränkt.

Doch es gibt Mobilitätskonzepte, die ein Plus an Zeit und Lebensqualität ermöglichen und gleichzeitig das Klima und das Portemonnaie schonen. Verändert sich in der Familie etwas – durch die Geburt eines Kindes, Einschulung, Umzug oder einen neuen Arbeitsplatz – ist das eine gute Gelegenheit, neue Strategien und Mobilitätsformen auszuprobieren. Wenn dabei die Kinder durch Zufussgehen und Velofahren motorisch fitter, selbstständiger und sozial kompetenter werden, lohnt es sich besonders.

Aus der Wahl des Wohnorts leiten sich die Art und die Länge der Wege ab, die die verschiedenen Familienmitglieder zurücklegen müssen. Wir haben uns für die Stadt entschieden. Kindertagesstätte, Kindergarten, Primarschule und Läden für den täglichen Gebrauch sind zu Fuss innerhalb von 15 Minuten erreichbar. Zu unseren Arbeitsplätzen fahren wir mit dem Velo. So sind wir individuell mobil. Wir stecken weder im Stau noch werden wir durch Zugsausfälle aufgehalten – gerade wer kleine Kinder in der Kita oder Tagesschule abholen muss, weiss Pünktlichkeit zu schätzen.

Der Bewegungsradius wächst mit den Kindern – so auch ihre Selbstständigkeit. Unser Wohnort ermöglicht es Kindern, sich ihrem Alter entsprechend individuell zu bewegen und Schritt für Schritt neue Orte zu entdecken – zuerst zu Fuss, später mit dem Trottinett und dem Velo. Die eigenständige Mobilität von Kindern wird durch verkehrsberuhigende Massnahmen und sichere Velowege gefördert.

Zusätzliche Angebote decken die weiteren Mobilitätsbedürfnisse einer Familie ab: Ein gutes Angebot des öffentlichen Verkehrs, Parkplätze für geteilte Fahrzeuge, Leihvelos und nicht zuletzt genügend Veloabstellplätze. Letzteres ist denn auch der einzige Wermutstropfen an unserem Wohnort: Bei unserem Vier-Parteien-Mietshaus teilen sich zwölf Velos vier gedeckte Abstellplätze – Veloanhänger, Bobbycars und Trottinette ausgenommen.

Von Stéphanie Penher, Bereichsleiterin Verkehrspolitik und Kampagnen des VCS. Sie wohnt mit ihrem Partner und ihrem Sohn (9) in der Stadt Bern.

In der aktuellen Ausgabe des VCS-Magazins stehen Familien im Fokus: Dossier Familie und Mobilität

 

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