Mehr Landschaft mit weniger Strassen

Ausserhalb der Bauzonen wird – trotz der bestehendenGesetzgebung – munter weitergebaut. Als Folge davon nimmt der Verkehr zu, und es werden neue Verkehrsinfrastrukturen gebaut. Die Landschaftsinitiative will dies ändern.

Von Yves Chatton, Kampagnenverantwortlicher beim VCS

Die Landschaftsinitiative will der rasanten Bautätigkeit ausserhalb der Bauzonen mit klaren und strengen Richtlinien in der Bundesverfassung ein Ende setzen. Sie verlangt vom Bund und den Kantonen, dafür zu sorgen, dass die Anzahl Gebäude respektive die dadurch beanspruchte Fläche in den Nichtbauzonen nicht zunehmen. Gleichzeitig sollen die Bedürfnisse der Landwirtschaftberücksichtigt werden. Der Trägerverein «Ja zu mehr Natur, Landschaft und Baukultur» hat die Initiative lanciert, der VCS Verkehrs-Club der Schweiz unterstützt sie.

Sind die geltenden Gesetze nicht gut genug, um die Schweizer Landschaft zu schützen? Thoretisch schon: Die klare Trennung zwischen Bauland und Nichtbauland ist eines der grundlegenden Prinzipien der Raumplanung in der Schweiz. Doch in den letzten Jahrzehnten hat das Parlament dieses System konstant geschwächt, indem es viele Ausnahmen für Bauten – Gebäude wie Verkehrsinfrastrukturen – ausserhalb der Bauzonen machte.

Zersiedelung verursacht Verkehr
Entsprechend hat die Zersiedelung ausserhalb der Bauzonen stark zugenommen. Gemäss Bundesamt für Raumplanung sind die überbauten Flächen ausserhalb der Bauzonen zwischen 1985 und 2009 um 186 Quadratkilometer gewachsen. Das ist mehr als die Gesamtfläche von Basel, Bern, Genf und Zürich! Im gleichen Zeitraum haben die Gebäude- und die Strassenflächen inner- und ausserhalb der Bauzonen prozentual gleichermassen zugenommen – um 32 Prozent bei den Gebäuden und um 15 Prozent bei den Verkehrsinfrastrukturen.

Diese neuen Verkehrsinfrastrukturen hängen direkt mit der Zersiedelung zusammen und sind an der Zubetonierung der Nichtbauzonen mitbeteiligt. Die ersten Opfer davon sind die Wildtiere: Jede zusätzliche Strasse zerschneidet und schädigt die Landschaft und damit auch die Biotope und die Faunakorridore, auf denen die Wildtiere unterwegs sind.

Jetzt handeln
Zudem hat die Zersiedelung einen direkten Einfluss auf unsere Mobilität. Je mehr Gebiete überbaut sind, umso mehr Strassen werden benötigt, um diese zu erschliessen. Umgekehrt fördern die neuen Strassen auch die Ausdehnung der Wohngebiete; die täglichen Distanzen, die Abhängigkeit vom Auto und der Bedarf an neuen Strasseninfrastrukturen nehmen weiter zu.

Es braucht dringende Massnahmen, um die Natur und die Schweizer Landschaft zu schützen. Ein Stopp der Zersiedelung ausserhalb der Bauzonen ist von zentraler Bedeutung, um die negativen Auswirkungen der Strasseninfrastrukturen auf Natur und Tierwelt zu reduzieren sowie die Entwicklung einer umweltschonenden Mobilität zu fördern.

 

Die Landschaftsinitiative und ihre Zwillingsschwester,
die Biodiversitätsinitiative jetzt unterschreiben:
www.biodiversitaet-landschaft.ch

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