Für die Gletscher und die Zukunft

Die Gletscher-Initiative will den Schutz des Klimas explizit in der Verfassung verankern. Die Unterschriftensammlung läuft, jede und jeder kann aktiv zum Erfolg der Bewegung beitragen.

Von Camille Marion

Am 25. August 2018 versammelte sich am Fusse des Steingletschers ein Bürgerkollektiv und gründete den Verein Klimaschutz Schweiz. Er fordert konkrete Massnahmen, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung zu begrenzen und die Schweiz wieder auf einen nachhaltigen Kurs zu bringen. Die parteiübergreifende Bewegung beklagt die mangelnde Ernsthaftigkeit der Regierung, den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen nachzukommen.

Zwar hat sich die Schweiz, zusammen mit fast 200 weiteren Staaten, verpflichtet, die globale Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch konkrete Massnahmen lassen auf sich warten, und die politischen Entscheide sind enttäuschend. Ende letzten Jahres zeigte der Misserfolg beim CO2-Gesetz deutlich den fehlenden Willen des Parlaments in der Klimapolitik.

Ziel netto null Emissionen
Anfang Jahr schritt der Verein Klimaschutz zur Tat und lancierte die Gletscher-Initiative. Diese verlangt klare Massnahmen, um die CO2-Emissionen des Landes bis im Jahr 2050 auf netto null zu senken. Das ehrgeizige, aber nötige Ziel erfordert ein Verbot der fossilen Energien in der Schweiz spätestens ab 2050.Der aus Experten, Forschenden und Professorinnen im Bereich der Klimaforschung zusammengesetzte wissenschaftliche Beirat des Vereins zeigte die Machbarkeit seiner Forderungen und den Gewinn für die Gesundheit, die Umwelt und die Wirtschaft des Landes auf. Die Reaktionen aus fast allen politischen Lagern sind positiv. Unterstrichen und verstärkt werden die Wirkung der Botschaft und die Dringlichkeit der Lage durch die zahlreichen Bewegungen für den Klimaschutz, die seit einigen Monaten für Schlagzeilen sorgen.

Mobilität neu überdenken
Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz teilt die Überzeugungen der Initiantinnen und Initianten und unterstützt die Gletscher-Initiative aktiv. In der Schweiz gibt der Verkehrsbereich in Sachen Umweltschutz ein schlechtes Bild ab. Die Energie, die im Verkehr verbraucht wird, stammt grösstenteils aus fossilen Quellen. Der Verkehr ist für fast 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich – den internationalen Flugverkehr eingeschlossen. Um das zu ändern, braucht es ein Umdenken. Die Politik muss die Verkehrsnachfrage bremsen und den Umstieg auf Velo, Bus und Zug fördern. Die heute von den fossilen Energien abhängigen Transportmittel müssen umgestellt werden – auf nachhaltigen Strom, Biotreibstoffe oder synthetische Treibstoffe.

In die Zukunft schauen
Das Verschwinden der Gletscher ist ein Warnsignal. Wenn die Klimaerwärmung nicht drastisch begrenzt wird, werden die Folgen für die zukünftigen Generationen verheerend sein. Die Gletscher-Initiative bietet der Schweiz die Gelegenheit, klimafreundliche Technologien zu entwickeln und so dazu beizutragen, die Klimakrise über die Grenzen hinaus zu lösen.

 


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