In der Freizeit immer mehr per Flugzeug?

In der Freizeit werden die grössten Distanzen zurückgelegt, und immer mehr mit dem Flugzeug. Weshalb nicht am Boden bleiben und das Abenteuer um die Ecke suchen?

Jüngste Zahlen zum Mobilitätsverhalten der Schweizer Bevölkerung zeigen: Linien- und Charterflüge beförderten 2017 rund 60% mehr Passagiere als im Jahr 2000, so die BFS-Überblickspublikation «Mobilität und Verkehr 2018». (Auf Strasse und Schiene ist der Personenverkehr seit 2000 um rund 30% angewachsen.)

Die neue ARE-Studie «Die Freizeitmobilität in der Schweiz» analysiert Daten in einem ähnlichen Zeitraum (2005-2015). Die auffälligsten Befunde: Bei den Freizeitreisen mit Übernachtungen werden 77 % der Distanzen im Flugzeug zurückgelegt. Innert zehn Jahren hat sich die durchschnittliche Zahl von Flügen pro Person und Jahr fast verdoppelt, und die durchschnittlich zurückgelegte Distanz von 2538 km im Jahr 2005 auf 5671 km im Jahr 2015.

Zwar betrifft die Zunahme der für Freizeitreisen zurückgelegten Distanzen die gesamte Schweizer Bevölkerung. Besonders ausgeprägt ist sie bei den Jungen von 19 bis 24 Jahren. Durchschnittlicher Zuwachs 2005-2015: 1200 km pro Reise, über alle Altersgruppen 900 km pro Reise.) 2015 gehörten die Jungen im Alter von 18 bis 24 Jahren zu denjenigen Personen, welche die längsten Jahresdistanzen für Freizeitzwecke zurücklegten (im Mittel beinahe 19 000 km), und dies bei fast allen Arten der Freizeitmobilität ausser bei den Tagesreisen.

Ob Jung oder älter: Weshalb nicht am Boden bleiben und mit Zug, Auto, Velo kombiniert reisen? Attraktive Ziele sind oft nah, und Anerkennung erreichen kann auch, wer von einer Velotour oder einem Bootausflug erzählt statt von einem All-Inclusive-Hotel auf Mauritius.

Weil der zunehmende Flugverkehr zur Klimaerwärmung beiträgt. Und die globalen Treibhausgasemissionen rasch und drastisch gesenkt werden müssen, um die Auswirkungen des zu bremsen.

Übrigens: Die Werbung der Flugbranche und Erreichbarkeit internationaler Flughäfen mit ihrem Angebot an Billig-Flügen beeinflussen das Reiseverhalten entscheidend. Laut Studie zeigt sich das grosse Angebot an Billigflügen auch beim Freizeitverkehr in der Schweiz. Besonders attraktiv ist der Flughafen Basel, dessen Passagiere bereit sind, eine Hin-und Rückfahrt von durchschnittlich 245 km zurückzulegen, während die Passagiere der Flughäfen Genf und Zürich bloss 116 bzw. 210 km hin und zurück bewältigen.